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Werbeartikel bedrucken: Druckverfahren, Materialien und Druckdaten

Welches Verfahren beim Werbeartikel bedrucken passt, hängt vom Material, von der Form der Druckfläche und von der Zahl der Farben in Ihrem Logo ab. Tampondruck für gewölbte Kleinteile, Siebdruck für flache Flächen und Textilien, Digitaldruck für mehrfarbige Motive, Lasergravur für Metall, Holz und Glas.

Aktualisiert am

Siebdruck-Rakel mit gelber, grüner und roter Gummilippe in einer Druckwerkstatt

Foto: Anthony Roberts auf Unsplash

Welches Verfahren beim Werbeartikel bedrucken passt, hängt vom Material, von der Form der Druckfläche und von der Zahl der Farben in Ihrem Logo ab. Als Faustregel gilt: Tampondruck für gewölbte Kleinteile, Siebdruck für flache Flächen und Textilien, Digitaldruck für mehrfarbige Motive und Lasergravur für Metall, Holz und Glas.

Die Shops wählen das Verfahren meist passend zum Artikel vor. allbranded weist darauf hin, dass wegen der Materialeigenschaften nicht jedes Verfahren für jeden Artikel verfügbar ist. Trotzdem lohnt es sich, die Unterschiede zu kennen. Sie entscheiden mit, ob ein mehrfarbiges Logo überhaupt originalgetreu umsetzbar ist, wie lange der Aufdruck hält und ob sich kleine Mengen rechnen. Die folgenden Abschnitte erklären die gängigen Verfahren, danach folgen eine Vergleichstabelle und eine Checkliste für Ihre Druckdaten.

Was müssen Sie klären, bevor Sie Werbemittel bedrucken lassen?

Vier Fragen bestimmen die Wahl:

  1. Material: Kunststoff, Metall, Holz, Glas, Keramik, Baumwolle oder Polyester verhalten sich beim Druck unterschiedlich.
  2. Form: Eine flache Fläche wie eine Tasche lässt mehr Verfahren zu als ein runder Kugelschreiberschaft.
  3. Farben: Ein einfarbiges Logo ist mit fast jedem Verfahren machbar. Fotos und Farbverläufe brauchen den Digitaldruck oder die Sublimation.
  4. Menge: Verfahren mit Druckform (Sieb, Klischee) haben Einrichtungskosten, die sich erst bei größeren Auflagen verteilen. Mehr dazu unter Werbeartikel in Kleinmengen.

Siebdruck: für flache Flächen und Textilien

Beim Siebdruck wird die Farbe mit einer Gummirakel durch ein Sieb auf den Artikel gedruckt. Das Sieb wirkt als Schablone und lässt nur an den Stellen des Motivs Farbe durch. allbranded beschreibt den Farbauftrag als stärker als bei anderen Verfahren, die Farben als besonders leuchtend. Die Oberfläche muss flach und gerade sein; deshalb ist der Siebdruck dort das Standardverfahren für Schlüsselbänder und Textilien.

Für jedes Motiv wird ein eigenes Sieb vorbereitet, und jede Farbe wird einzeln gedruckt. Fotos und feine Farbverläufe lassen sich so kaum umsetzen, und bei kleinen Auflagen fällt die Vorbereitung pro Stück stark ins Gewicht. Typische Einsatzfelder sind Stoffbeutel, T-Shirts und Regenschirme.

Tampondruck: für Kugelschreiber, Tassen und gewölbte Teile

Beim Tampondruck wird das Motiv als Vertiefung in eine Platte, das Klischee, geätzt oder gelasert und mit Farbe gefüllt. Ein elastischer Stempel aus Silikon oder Kautschuk, der Tampon, nimmt die Farbe auf und drückt sie auf den Artikel. Weil sich der Tampon der Form anpasst, eignet sich das Verfahren für runde und gewölbte Flächen wie Kugelschreiber, Feuerzeuge, Flaschen oder Tassen.

Laut allbranded lassen sich Logos mit bis zu fünf Farben anbringen. Die Motivgröße ist durch die Größe des Stempels begrenzt, und weil der Tampon nur wenig Farbe aufnimmt, können dunkle Untergründe durch helle Farben durchscheinen. Die Kosten bestimmen vor allem die Rüstkosten für das Klischee, die Zahl der Farben und die Art des Artikels.

Digitaldruck: UV-Druck, Textildirektdruck und DTF

Beim Digitaldruck geht das Druckbild direkt von einer Datei an die Maschine, ohne Druckform. Damit sind mehrfarbige, detailreiche Logos, Fotos und Verläufe möglich. allbranded schreibt, dass sich die Kosten hier nach der Auflage richten, weil weder Schablonen noch Klischees nötig sind; das Verfahren ist deshalb schon bei Kleinauflagen wirtschaftlich. Die Oberfläche sollte glatt oder nur leicht gewölbt sein. In der Praxis begegnen Ihnen drei Spielarten:

  • UV-Druck: Farben, die unter UV-Licht aushärten, werden direkt auf Hartware gedruckt. Ein Beispiel sind vollfarbig bedruckte Powerbanks.
  • Textildirektdruck: Das Motiv wird direkt auf das Kleidungsstück gedruckt, international oft DTG (Direct to Garment) genannt. Er eignet sich für Fotos und mehrfarbige Motive auf T-Shirts.
  • DTF (Direct to Film): Das Motiv wird auf eine PET-Folie gedruckt, mit Kleberpulver versehen und per Heißpresse auf das Textil übertragen. DruckDichDrauf beschreibt DTF als eines seiner gängigsten Verfahren für T-Shirts, Hoodies und Sportbekleidung; Halbtransparenzen sind dabei nicht möglich.

Transferdruck und Sublimation: Motiv über einen Träger

Beim Transferdruck wird das Motiv zuerst auf einen Träger gedruckt und dann mit Hitze auf den Artikel übertragen. Zu dieser Gruppe zählen auch Flex- und Flockdruck auf Textilien. DruckDichDrauf erklärt, dass beim Flexdruck eine Folie geplottet, entgittert und aufgepresst wird; dafür braucht der Plotter eine Vektordatei. Flex wirkt glatt, Flock samtig, Farbverläufe sind bei beiden nicht möglich.

Die Sublimation ist ein Sonderfall. Spezielle Tinten werden auf Transferpapier gedruckt und gehen bei rund 200 °C vom festen direkt in den gasförmigen Zustand über; dabei dringen sie in das Material ein. Das funktioniert nur auf Polyester oder auf Artikeln mit Polyesterbeschichtung, etwa beschichteten Tassen. Der Druck ist nicht spürbar, zeigt Verläufe und ist laut DruckDichDrauf kratzfest und sehr UV-beständig. Für Baumwolle, dunkle Stoffe und Weißdruck eignet er sich nicht. Mehr zu bedruckten Tassen lesen Sie unter Tassen bedrucken lassen.

Lasergravur werbeartikel: dauerhaft und ohne Farbe

Bei der Lasergravur verbrennt oder verdampft ein Laserstrahl das Material, sodass sich das Motiv von der Oberfläche abhebt. Farbe wird nicht verwendet. Auf Holz, Papier oder Pappe entsteht der Farbton durch chemische Umwandlung, bei beschichteten Artikeln trägt der Laser die oberste Schicht ab und legt die Farbe darunter frei. Auf Metall gibt es zusätzlich die Anlassbeschriftung, bei der sich das Metall durch Hitze verfärbt.

Geeignet sind glatte, feste Oberflächen aus Metall, Holz, Glas, Leder oder Porzellan, etwa Kugelschreiber, Thermobecher, Trinkflaschen, USB-Sticks oder Flaschenöffner. allbranded nennt als Vorteile hohe Abriebfestigkeit, Wasserbeständigkeit und die berührungslose Bearbeitung. An Fixkosten fallen die Programmerstellung und die Einrichtung der Anlage an; deshalb lässt sich auch eine kleine Stückzahl wirtschaftlich gravieren.

Stick, Prägung und Doming: Veredelungen mit Struktur

Stick

Beim Stick bringen computergesteuerte Nadeln das Motiv mit Garn auf den Stoff. Er eignet sich für Textilien wie Poloshirts, Caps, Jacken und Schürzen und wirkt hochwertig. Vor dem Sticken muss die Datei geprüft und ein sogenanntes Punchfile erstellt werden, das Stickprogramm. Spreadshirt verlangt dafür eine Vektorgrafik als SVG oder AI mit höchstens drei Farben, einer Linienstärke von mindestens 1,5 mm und einer Texthöhe von mindestens 7 mm.

Prägung

Bei der Prägung wird das Motiv mit beheizten Werkzeugen in das Material gedrückt, es liegt also vertieft. allbranded nennt dafür Leder, Gewebe, Textilien und Kunststoff. Typisch ist die Prägung auf Einbänden, etwa beim Notizbuch mit Logo.

Doming

Beim Doming wird ein bedruckter Aufkleber mit einer gewölbten Harzschicht überzogen und auf den Artikel geklebt. Es entsteht ein dreidimensionaler, glasartiger Effekt, also das Gegenstück zur Prägung. Laut allbranded sind die Aufkleber wasserfest; die Fläche des Artikels muss glatt sein.

Druckverfahren im Vergleich

Gängige Verfahren zum Werbeartikel bedrucken
VerfahrenGeeignete Materialien und FormenFarben und MotiveKleine Mengen
SiebdruckFlache Flächen: Textil, Taschen, Papier, KunststoffVolltonfarben, keine VerläufeSchablone pro Motiv, Rüstkosten
TampondruckGewölbte Kleinteile: Stifte, Feuerzeuge, TassenWenige Sonderfarben, kleine MotiveKlischee, Rüstkosten
Digitaldruck (UV, Textildirektdruck)Glatte oder leicht gewölbte Flächen, TextilVollfarbig, Fotos, VerläufeGut geeignet, keine Druckform
Transferdruck (Flex, Flock, DTF)Textilien, glatte FlächenFlex und Flock einfarbig, DTF vollfarbigGut geeignet
SublimationPolyester und polyesterbeschichtete ArtikelVollfarbig, kein WeißGut geeignet
LasergravurMetall, Holz, Glas, Leder, PorzellanOhne Farbe, MaterialtonGut geeignet, geringe Fixkosten
StickTextilien, CapsWenige Garnfarben, MindestgrößenPunchfile nötig
PrägungLeder, Kunstleder, Gewebe, KunststoffOhne Farbe, vertieftJe nach Anbieter
DomingGlatte FlächenVollfarbig unter HarzschichtJe nach Anbieter

Werbeartikel bedrucken lassen: was müssen Sie liefern?

Eine Vektordatei Ihres Logos

Für die meisten Verfahren brauchen die Shops eine Vektorgrafik. Sie besteht aus mathematisch beschriebenen Linien und Flächen und lässt sich ohne Qualitätsverlust vergrößern. allbranded nennt als Formate EPS, PDF und AI; JPG, PNG, TIFF und GIF sind Rastergrafiken. Schriften sollten eingebettet oder in Pfade umgewandelt sein. Haben Sie keine Vektordatei, vektorisieren viele Anbieter gegen Aufpreis; bei allbranded kostet das laut Website 25 Euro netto (Stand 6. Oktober 2026). Für Flex, Flock und Stick ist die Vektordatei zwingend, weil Plotter und Stickmaschine Pfade brauchen.

Ihre Farben als Sonderfarbe

Für Sieb- und Tampondruck geben Sie Ihre Logofarben als Sonderfarbe an. Das Pantone-System vergibt jeder Farbe eine eindeutige Nummer. In Deutschland ist daneben das HKS-System verbreitet, das auf drei Druckfarbenhersteller zurückgeht. Fragen Sie den Shop, welches System er erwartet. Nennen Sie die Sonderfarbe auch im Dateinamen oder in der Bestellnotiz. Für den Digitaldruck reicht meist eine Datei im CMYK-Farbraum.

Ihre Druckfreigabe

Vor der Produktion erhalten Sie eine Druckvorschau, auch Korrekturabzug genannt. allbranded schickt sie nach eigener Angabe innerhalb von 24 Stunden kostenlos und bittet, Menge, Artikelfarbe, Druckfarbe, Position des Logos und Warnhinweise zu prüfen. Produziert wird erst nach Ihrer Freigabe und dem Zahlungseingang. Änderungswünsche führen zu einer neuen Vorschau und können die Lieferung verzögern. Bei Artikeln ohne Mindestbestellmenge entfällt dieser Schritt dort; prüfen Sie Ihre Datei dann besonders sorgfältig vor dem Hochladen.

So gehen Sie bei der Bestellung vor

  1. Artikel nach Zielgruppe und Anlass wählen, zum Beispiel über Werbegeschenke für Kunden oder Give-aways für die Messe.
  2. Auf der Produktseite nachlesen, welches Verfahren und welche Druckfläche angeboten werden.
  3. Logo als Vektordatei und Farbangabe vorbereiten.
  4. Menge festlegen und Staffelpreise im Konfigurator vergleichen.
  5. Druckvorschau prüfen, freigeben und die angegebene Produktionszeit einplanen.

Welche Shops welche Verfahren anbieten und was sie über sich angeben, fasst der Werbeartikel-Shops-Vergleich zusammen. Begriffe wie Werbemittel und Werbeträger erklärt die Seite Werbemittel und Werbeträger.

Häufige Fragen

Welche Datei brauche ich, um Werbeartikel bedrucken zu lassen?

Meist eine Vektorgrafik, etwa als EPS, PDF oder AI. Dateien wie JPG, PNG, TIFF oder GIF sind Rastergrafiken und für viele Verfahren ungeeignet. Viele Shops vektorisieren Ihr Logo gegen Aufpreis, allbranded zum Beispiel für 25 Euro netto (Stand 6. Oktober 2026).

Für welche Werbeartikel eignet sich die Lasergravur?

Für Artikel mit glatter, fester Oberfläche aus Metall, Holz, Glas, Leder oder Porzellan, etwa Kugelschreiber, Thermoflaschen, Flaschenöffner, USB-Sticks oder Powerbanks. Die Gravur arbeitet ohne Farbe und ist sehr abriebfest. Auch kleine Stückzahlen lassen sich laut allbranded wirtschaftlich gravieren.

Was ist der Unterschied zwischen Siebdruck und Tampondruck?

Beim Siebdruck wird die Farbe durch ein Sieb auf eine flache Fläche gedruckt, mit kräftigem Farbauftrag, etwa auf Textilien oder Taschen. Beim Tampondruck überträgt ein elastischer Silikonstempel die Farbe aus einem Klischee, so lassen sich auch gewölbte Teile wie Kugelschreiber oder Tassen bedrucken.

Was bedeutet Druckfreigabe bei Werbeartikeln?

Vor der Produktion schickt der Shop eine Druckvorschau oder einen Korrekturabzug. Sie prüfen Menge, Artikelfarbe, Druckfarbe und Position des Logos und geben den Entwurf frei. Erst danach wird produziert; spätere Änderungen sind meist nicht mehr möglich.

Kann ich Werbeartikel in der Nähe bedrucken lassen?

Das ist möglich, wenn eine Druckerei oder Werbetechnik-Firma in Ihrer Region die nötigen Verfahren beherrscht. Online-Shops bieten dafür meist ein größeres Sortiment und Konfiguratoren mit Preisangabe. Die Kriterien auf dieser Seite gelten in beiden Fällen.

Quellen

  1. allbranded: Unsere Drucktechniken (Druckservice und -hinweise), abgerufen am 6. Oktober 2026
  2. allbranded Glossar: Tampondruck, abgerufen am 6. Oktober 2026
  3. allbranded Glossar: Digitaldruck, abgerufen am 6. Oktober 2026
  4. allbranded Glossar: Lasergravur, abgerufen am 6. Oktober 2026
  5. DruckDichDrauf: Druckverfahren (Flex, Flock, DTF, Sublimation), abgerufen am 6. Oktober 2026
  6. Spreadshirt: Kleidung besticken lassen (Stickdatei, Punchfile), abgerufen am 6. Oktober 2026
  7. allbranded: Bestellablauf (Druckvorschau und Freigabe), abgerufen am 6. Oktober 2026
  8. HKS Warenzeichenverband: HKS Farben, abgerufen am 6. Oktober 2026