Geschenke an Geschäftspartner dürfen Sie als Betriebsausgabe abziehen, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten aller Geschenke an denselben Empfänger im Wirtschaftsjahr zusammen 50 Euro nicht übersteigen. So regelt es § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG. Liegt die Summe darüber, ist der gesamte Betrag nicht abziehbar.
Diese Seite erklärt die Grenze für 2026, den Unterschied zwischen netto und brutto, die Pauschalsteuer nach § 37b EStG, die Regel für Streuwerbeartikel bis 10 Euro, die Aufzeichnungspflicht und die Konten in SKR03 und SKR04. Für Geschenke an die eigene Belegschaft gelten andere Vorschriften. Sie stehen im Ratgeber Mitarbeitergeschenke.
Wie hoch ist die Grenze für Geschenke an Geschäftspartner 2026?
Die Grenze beträgt 50 Euro je Empfänger und Wirtschaftsjahr. Das Wachstumschancengesetz vom 27. März 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 108) hat den Betrag in § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 Satz 2 EStG auf 50 Euro festgelegt. Nach § 52 Abs. 6 Satz 10 EStG gilt die neue Fassung erstmals für das Wirtschaftsjahr, das nach dem 31. Dezember 2023 beginnt. Entspricht Ihr Wirtschaftsjahr dem Kalenderjahr, gilt die 50-Euro-Grenze also seit 2024 und damit auch 2025 und 2026. Den Gesetzestext haben wir am 6. Oktober 2026 auf gesetze-im-internet.de nachgelesen: Er nennt weiterhin 50 Euro.
Wen die Regel erfasst
Das Gesetz spricht von Geschenken an „Personen, die nicht Arbeitnehmer des Steuerpflichtigen sind“. Nach R 4.10 Abs. 2 EStR gehören dazu natürliche Personen, die nicht bei Ihnen angestellt sind, und juristische Personen. Kunden, Lieferanten, Geschäftsfreunde und deren Beschäftigte fallen also darunter. Handelsvertreter und Personen, die über einen Werkvertrag ständig für Sie tätig sind, stellt die Richtlinie ausdrücklich nicht Ihren Arbeitnehmern gleich.
Ein Geschenk setzt voraus, dass die Zuwendung unentgeltlich ist. Ist sie Entgelt für eine bestimmte Gegenleistung des Empfängers, liegt kein Geschenk vor (R 4.10 Abs. 4 EStR). Der Zweck, eine Geschäftsbeziehung zu pflegen oder für ein Produkt zu werben, macht aus einem Präsent allerdings noch keine Gegenleistung. Außerdem greift das Abzugsverbot nicht, wenn der Empfänger den Gegenstand ausschließlich betrieblich nutzen kann (R 4.10 Abs. 2 Satz 4 EStR).
Freigrenze oder Freibetrag: Was gilt bei Geschenken über 50 Euro?
Die 50 Euro sind eine Freigrenze. Bleiben die Kosten je Empfänger und Jahr bei 50 Euro oder darunter, ist der volle Betrag Betriebsausgabe. Schon ein Cent darüber führt dazu, dass der Abzug „in vollem Umfang“ entfällt, wie R 4.10 Abs. 3 Satz 2 EStR formuliert. Bei einem Freibetrag wäre nur der übersteigende Teil verloren; diese Wirkung hat die Regel nicht.
Gezählt wird je Empfänger über das ganze Wirtschaftsjahr. Bekommt dieselbe Kundin im Frühjahr ein Notizbuch mit Logo und im Dezember ein Weihnachtspräsent, addieren Sie beide Beträge. Wer mehrere kleine Anlässe im Jahr bedient, sollte deshalb eine Liste je Empfänger führen.
Hinzu kommt die Umsatzsteuer: § 15 Abs. 1a UStG schließt den Vorsteuerabzug für Aufwendungen aus, die unter das Abzugsverbot des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG fallen. Für ein Geschenk über der Grenze holen Sie sich die Umsatzsteuer aus der Rechnung also ebenfalls nicht zurück.
Zählt der Netto- oder der Bruttopreis?
Das hängt davon ab, ob Sie zum Vorsteuerabzug berechtigt sind. Nach R 4.10 Abs. 3 Satz 1 EStR gehört die Umsatzsteuer nur dann zu den Anschaffungskosten des Geschenks, wenn der Abzug als Vorsteuer ausgeschlossen ist. Ein Vorsteuerausschluss allein nach § 15 Abs. 1a UStG bleibt dabei unberücksichtigt.
- Unternehmen mit Vorsteuerabzug rechnen mit dem Nettobetrag. Ein Präsent für 55,00 Euro brutto (19 % Umsatzsteuer) kostet netto 46,22 Euro und bleibt unter der Grenze.
- Unternehmen ohne Vorsteuerabzug, etwa Kleinunternehmer oder Betriebe mit ausschließlich steuerfreien Umsätzen, rechnen mit dem Bruttobetrag. Dasselbe Präsent liegt dann mit 55,00 Euro über der Grenze.
Zu den Kosten zählen laut derselben Richtlinie auch die Kosten der Kennzeichnung als Werbeträger, also Logodruck, Gravur oder Bestickung. Verpackung und Versand zählen nicht dazu. Wenn Sie bei einem Shop bestellen, rechnen Sie deshalb Artikelpreis plus Veredelung, ohne Versandkosten.
| Kosten je Empfänger und Jahr | Betriebsausgabe | Vorsteuer | Pauschalsteuer § 37b EStG | Aufzeichnung |
|---|---|---|---|---|
| Einzelartikel bis 10 Euro (Streuwerbeartikel) | ja, solange die Jahressumme 50 Euro nicht übersteigt | ja | muss nicht einbezogen werden (BMF, Rdnr. 10) | getrennt; Sammelbuchung ohne Namen möglich (R 4.11 Abs. 2 EStR) |
| über 10 bis 50 Euro | ja | ja | Wahlrecht; wenn gewählt, 30 % auf die Bruttokosten | getrennt, Name des Empfängers aus Buchung oder Beleg |
| über 50 Euro | nein, für den gesamten Betrag | nein (§ 15 Abs. 1a UStG) | Wahlrecht; die Pauschalsteuer ist dann ebenfalls nicht abziehbar (BMF, Rdnr. 26) | getrennt, Name des Empfängers |
| über 10.000 Euro (Jahr oder Einzelgeschenk) | nein | nein | ausgeschlossen, soweit 10.000 Euro überschritten sind (§ 37b Abs. 1 Satz 3 EStG) | getrennt, Name des Empfängers |
Werbegeschenke steuerfrei für den Empfänger: Was regelt § 37b EStG?
Ein Geschenk kann beim Empfänger zu steuerpflichtigen Einnahmen führen. § 37b EStG erlaubt es Ihnen, die Einkommensteuer dafür selbst pauschal zu übernehmen. Der Pauschsteuersatz beträgt 30 Prozent. Bemessungsgrundlage sind Ihre Aufwendungen einschließlich Umsatzsteuer (§ 37b Abs. 1 Satz 2 EStG). Pauschal besteuerte Zuwendungen bleiben beim Empfänger außer Ansatz (Abs. 3 Satz 1). So wird das Geschenk für den Empfänger steuerfrei, die Steuer tragen Sie.
Die wichtigsten Bedingungen aus Gesetz und BMF-Schreiben vom 19. Mai 2015 (geändert am 28. Juni 2018):
- Einheitliches Wahlrecht: Die Pauschalierung gilt für alle Zuwendungen eines Wirtschaftsjahres. Für Geschäftspartner (Abs. 1) und eigene Arbeitnehmer (Abs. 2) dürfen Sie gesondert entscheiden (BMF, Rdnr. 4).
- Höchstbeträge: Ausgeschlossen ist die Pauschalierung, soweit die Aufwendungen je Empfänger und Wirtschaftsjahr 10.000 Euro übersteigen, und für ein einzelnes Geschenk über 10.000 Euro.
- Unterrichtung: Sie müssen den Empfänger informieren, dass Sie die Steuer übernommen haben (Abs. 3 Satz 3). Eine besondere Form ist nicht vorgeschrieben (BMF, Rdnr. 30).
- Anmeldung: Die Pauschalsteuer gilt als Lohnsteuer und wird in der Lohnsteuer-Anmeldung der Betriebsstätte angemeldet (Abs. 4).
Für die 50-Euro-Grenze zählt nur der Wert des Geschenks, die übernommene Pauschalsteuer rechnen Sie nicht hinzu (BMF, Rdnr. 25). Ob die Pauschalsteuer selbst abziehbar ist, richtet sich nach dem Geschenk: Ist das Geschenk abziehbar, ist es die Steuer auch (Rdnr. 26). Ein Rechenbeispiel für ein vorsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen: Ein Präsent kostet 40,00 Euro netto, 47,60 Euro brutto. Die Pauschalsteuer beträgt 30 % von 47,60 Euro, also 14,28 Euro. Das Geschenk bleibt mit 40,00 Euro netto unter der Freigrenze und ist abziehbar, die 14,28 Euro ebenfalls. Zur Kirchensteuer auf die Pauschalsteuer verweist das BMF-Schreiben (Rdnr. 36) auf Erlasse der Länder.
Werbegeschenke unter 10 Euro: Was besagt die 10-Euro-Grenze?
Die 10-Euro-Grenze steht nicht im Gesetz. Sie stammt aus Randnummer 10 des BMF-Schreibens zu § 37b EStG: „Sachzuwendungen, deren Anschaffungs‑ oder Herstellungskosten 10 Euro nicht übersteigen, sind bei der Anwendung des § 37b EStG als Streuwerbeartikel anzusehen“. Sie müssen deshalb nicht in die Pauschalierung einbezogen werden. Das Schreiben verweist dabei auf § 9b EStG; wer zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, rechnet also netto.
Wichtig für die Praxis: Die 10-Euro-Regel betrifft nur die Pauschalsteuer. Für den Betriebsausgabenabzug bleiben Kugelschreiber mit Logo, Kalender oder Give-aways auf der Messe Geschenke im Sinne von § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG. Sie zählen zur 50-Euro-Summe des Empfängers und unterliegen der Aufzeichnungspflicht. Die Richtlinie erleichtert hier nur die Form: Bei Gegenständen wie Taschenkalendern oder Kugelschreibern, bei denen wegen des geringen Werts zu vermuten ist, dass die Freigrenze beim einzelnen Empfänger nicht überschritten wird, ist eine Sammelbuchung ohne Empfängernamen zulässig (R 4.11 Abs. 2 EStR).
Welche Aufzeichnungen verlangt das Finanzamt?
§ 4 Abs. 7 EStG verlangt, Aufwendungen für Geschenke „einzeln und getrennt von den sonstigen Betriebsausgaben aufzuzeichnen“. Fehlt diese Aufzeichnung, dürfen auch Geschenke unter 50 Euro bei der Gewinnermittlung nicht berücksichtigt werden. Die getrennte Erfassung ist damit eine eigene Voraussetzung für den Abzug.
R 4.11 EStR beschreibt, wie das geht. Sie führen ein eigenes Konto oder eine eigene Spalte für Geschenke. Aus der Buchung oder dem Beleg muss der Name des Empfängers hervorgehen. Gleichartige Geschenke dürfen Sie in einer Sammelbuchung zusammenfassen, wenn eine Empfängerliste beim Beleg liegt oder die oben beschriebene Ausnahme für geringwertige Artikel greift. Praktisch ist eine Tabelle mit Datum, Empfänger, Gegenstand, Nettobetrag und dem Vermerk, ob Sie § 37b EStG anwenden.
Geschenke an Geschäftspartner buchen: Konten in SKR03 und SKR04
Die DATEV-Standardkontenrahmen für 2026 (SKR 03, Art.-Nr. 11174, und SKR 04, Art.-Nr. 11175) sehen eigene Konten für Geschenke vor. Die folgende Tabelle gibt die Bezeichnungen aus den DATEV-Dokumenten wieder. Welches Konto Ihr Fall erfordert und ob Ihre Kanzlei einen abweichenden Kontenrahmen nutzt, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung.
| Kontobezeichnung (DATEV) | SKR03 | SKR04 |
|---|---|---|
| Geschenke abzugsfähig ohne § 37b EStG | 4630 | 6610 |
| Geschenke abzugsfähig mit § 37b EStG | 4631 | 6611 |
| Pauschale Steuer für Geschenke und Zuwendungen abzugsfähig | 4632 | 6612 |
| Geschenke nicht abzugsfähig ohne § 37b EStG | 4635 | 6620 |
| Geschenke nicht abzugsfähig mit § 37b EStG | 4636 | 6621 |
| Pauschale Steuer für Geschenke und Zuwendungen nicht abzugsfähig | 4637 | 6622 |
| Geschenke ausschließlich betrieblich genutzt | 4638 | 6625 |
| Streuartikel | 4605 | 6605 |
| Aufmerksamkeiten | 4653 | 6643 |
Was gehört nicht zu den Geschenken?
Die Bewirtung von Geschäftspartnern ist kein Geschenk im Sinne dieser Regel (R 4.10 Abs. 4 Satz 6 EStR). Für sie gilt § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG mit eigenen Nachweispflichten. Ebenfalls keine Geschenke sind laut derselben Richtlinie zum Beispiel Kränze und Blumen bei Beerdigungen sowie Preise aus einem Preisausschreiben. Für Präsente an Beamtinnen, Beamte und andere Amtsträger gelten zusätzlich dienstrechtliche und strafrechtliche Grenzen; dazu mehr im Ratgeber Werbegeschenke für Kunden.
Wie nutzen Sie die Grenze bei der Auswahl?
Für die meisten Kundengeschenke heißt das: Planen Sie Artikel und Veredelung so, dass die Jahressumme je Empfänger netto (bzw. brutto ohne Vorsteuerabzug) bei höchstens 50 Euro liegt. Für größere Präsente prüfen Sie vorher, ob Sie § 37b EStG für das ganze Jahr wählen wollen. Ideen nach Budget finden Sie unter Werbegeschenke für Kunden, Werbegeschenke zu Weihnachten und hochwertige Werbegeschenke.
Diese Seite gibt allgemeine Informationen zur Rechtslage in Deutschland (Stand: 6. Oktober 2026) und ersetzt keine Steuerberatung. Österreich und die Schweiz haben eigene Regeln, die hier nicht dargestellt sind.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Grenze für Geschenke an Geschäftspartner 2026?
Die Grenze liegt 2026 bei 50 Euro je Empfänger und Wirtschaftsjahr (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG). Sie gilt seit dem ersten Wirtschaftsjahr, das nach dem 31. Dezember 2023 beginnt.
Was passiert bei Geschenken an Geschäftspartner über 50 Euro?
Die 50 Euro sind eine Freigrenze. Übersteigen die Kosten aller Geschenke an einen Empfänger im Jahr diesen Betrag, ist der gesamte Betrag nicht als Betriebsausgabe abziehbar, und auch die Vorsteuer daraus können Sie nicht ziehen (§ 15 Abs. 1a UStG).
Zählt bei der 50-Euro-Grenze der Netto- oder der Bruttobetrag?
Wer zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, rechnet netto. Wer keine Vorsteuer abziehen darf, zum Beispiel als Kleinunternehmer, rechnet mit dem Bruttobetrag (R 4.10 Abs. 3 EStR). Die Kosten für den Logodruck zählen mit, Verpackung und Versand nicht.
Gibt es eine 10-Euro-Grenze für Werbegeschenke?
Ja, aber nur für die Pauschalsteuer: Laut BMF-Schreiben vom 19. Mai 2015 gelten Sachzuwendungen bis 10 Euro als Streuwerbeartikel und müssen nicht in die Pauschalierung nach § 37b EStG einbezogen werden. Für die 50-Euro-Grenze und die Aufzeichnungspflicht bleiben sie Geschenke.
Wie bucht man Geschenke an Geschäftspartner in SKR03?
Der DATEV-Kontenrahmen SKR03 für 2026 sieht unter anderem 4630 (Geschenke abzugsfähig ohne § 37b EStG), 4631 (mit § 37b EStG) und 4635 (Geschenke nicht abzugsfähig ohne § 37b EStG) vor. In SKR04 sind es 6610, 6611 und 6620. Welches Konto im Einzelfall passt, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung.
Quellen
- Bundesministerium der Justiz: § 4 EStG (Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 und Abs. 7), abgerufen am 6. Oktober 2026
- Bundesministerium der Justiz: § 52 EStG (Anwendungsvorschriften, Abs. 6 Satz 10), abgerufen am 6. Oktober 2026
- Bundesministerium der Justiz: § 37b EStG Pauschalierung der Einkommensteuer bei Sachzuwendungen, abgerufen am 6. Oktober 2026
- BMF, Amtliches Lohnsteuer-Handbuch 2025, Anhang 23a: BMF-Schreiben vom 19. Mai 2015 zu § 37b EStG (geändert am 28. Juni 2018), abgerufen am 6. Oktober 2026
- BMF, Amtliches Einkommensteuer-Handbuch 2025: R 4.10 Abs. 2 bis 4 EStR (Geschenke), abgerufen am 6. Oktober 2026
- BMF, Amtliches Einkommensteuer-Handbuch 2025: R 4.11 EStR (Besondere Aufzeichnung), abgerufen am 6. Oktober 2026
- Bundesministerium der Justiz: § 15 UStG (Abs. 1a), abgerufen am 6. Oktober 2026
- DATEV: Kontenrahmen SKR 03 (Art.-Nr. 11174) und SKR 04 (Art.-Nr. 11175), gültig für 2026, abgerufen am 6. Oktober 2026
