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Nachhaltige Werbegeschenke: Siegel prüfen, Greenwashing vermeiden

Nachhaltige Werbegeschenke erkennen Sie an überprüfbaren Siegeln wie Blauer Engel, GOTS, Fairtrade, FSC, OEKO-TEX oder EU Ecolabel und an konkreten Angaben zu Material und Herkunft. Allgemeine Versprechen wie „umweltfreundlich“ ohne Nachweis sollten Sie weder vom Lieferanten übernehmen noch selbst auf Ihre Werbeartikel schreiben.

Aktualisiert am

Zahnbürsten aus Bambus in einem Glas mit Eukalyptuszweig

Foto: Harold Hisona auf Unsplash

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Nachhaltige Werbegeschenke erkennen Sie an überprüfbaren Siegeln wie Blauer Engel, GOTS, Fairtrade, FSC, OEKO-TEX oder EU Ecolabel und an konkreten Angaben zu Material und Herkunft. Allgemeine Versprechen wie „umweltfreundlich“ ohne Nachweis sollten Sie weder vom Lieferanten übernehmen noch selbst auf Ihre Werbeartikel schreiben.

Seit dem 27. September 2026 wenden die EU-Mitgliedstaaten neue Regeln gegen Greenwashing an. Wer nachhaltige Werbeartikel mit Logo bestellt und damit wirbt, sollte deshalb wissen, welche Siegel was belegen und welche Aussagen riskant sind. Dieser Ratgeber erklärt beides und gibt Ihnen eine Liste mit Fragen an den Lieferanten.

Was macht ein Werbegeschenk nachhaltig?

Ein Werbeartikel ist nicht deshalb nachhaltig, weil er grün aussieht oder aus Bambus besteht. Belastbar sind drei Punkte:

  • Ein Nachweis für Material oder Herstellung: ein Siegel mit unabhängiger Prüfung, das Sie über eine Nummer oder einen Code kontrollieren können.
  • Lange Nutzung: Ein Artikel, der jahrelang benutzt wird, verursacht pro Nutzung weniger Abfall als ein Einwegartikel. Eine Trinkflasche oder ein solider Stoffbeutel schneidet hier anders ab als ein Luftballon.
  • Passende Menge: Bestellen Sie so viel, wie Sie tatsächlich verteilen. Restposten im Lager sind auch bei Bio-Baumwolle keine gute Bilanz.

Zahlen zum CO2-Fußabdruck einzelner Werbeartikel nennen wir hier bewusst nicht. Sie hängen von Hersteller, Material und Transport ab und lassen sich nur mit einer Berechnung für das konkrete Produkt belegen. Wenn ein Lieferant solche Werte angibt, fragen Sie nach der Methode und nach der Stelle, die sie geprüft hat.

Welche Siegel belegen etwas, und was genau?

Die folgenden Zeichen sind bei Werbeartikeln häufig. Sie prüfen jeweils etwas anderes; keines deckt alles ab.

Siegel bei nachhaltigen Werbeartikeln und was sie laut Zeichengeber aussagen
SiegelTypische ArtikelWas es belegt
Blauer EngelPapier, Notizbücher, BüroartikelUmweltzeichen der Bundesregierung: Zeicheninhaber ist das Bundesumweltministerium, die Kriterien erarbeitet das Umweltbundesamt, die Jury Umweltzeichen entscheidet, RAL zertifiziert.
GOTST-Shirts, Stoffbeutel, TextilienBio-Fasern: Label-Stufe „Organic“ ab 95 % zertifizierter Bio-Fasern, „Made with x % organic materials“ bei 70 bis 94 %.
FairtradeBaumwolltextilien, Schokolade, KaffeeFairer Handel der Rohstoffe. Das Baumwollsiegel zeigt Fairtrade-Rohbaumwolle, die über alle Stufen nachverfolgbar ist. Bei Mischprodukten wie Schokolade müssen mindestens 20 % der Zutaten aus Fairtrade stammen.
FSCPapier, Notizbücher, Holzartikel, KalenderHolz- und Papierherkunft. „FSC 100 %“: vollständig aus FSC-zertifizierten Wäldern; „FSC Recycled“: ausschließlich Recyclingmaterial; „FSC Mix“: Mischung, mindestens 70 % FSC- oder Post-Consumer-Recyclingmaterial oder eine äquivalente Menge.
OEKO-TEX STANDARD 100TextilienSchadstoffprüfung aller Bestandteile (Stoff, Nähgarn, Knöpfe, Reißverschlüsse). Keine Aussage über umweltgerechte Produktion oder Bio-Anbau.
EU Ecolabelverschiedene ProduktgruppenFreiwilliges Umweltzeichen der EU für Produkte mit nachgewiesen geringerer Umweltwirkung über den gesamten Lebenszyklus.

Zwei Hinweise für die Praxis. Erstens gelten Siegel für ein bestimmtes Produkt oder einen Bestandteil, nicht für den ganzen Shop. Das FSC-Kennzeichen bezieht sich laut FSC Deutschland nur auf die Produkt- oder Verpackungsbestandteile, die es ausweist. Zweitens lassen sich viele Siegel prüfen: OEKO-TEX bietet einen Label-Check über QR-Code oder Zertifikatsnummer, FSC eine Datenbank, in der Sie das Unternehmen hinter dem Lizenzcode finden.

Was sagt das EU-Recht zu Greenwashing bei Werbeartikeln?

Die Richtlinie (EU) 2024/825 ändert die Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken. Die Mitgliedstaaten mussten sie bis zum 27. März 2026 umsetzen und wenden die Regeln ab dem 27. September 2026 an. Sie schützt Verbraucher; für Werbeartikel ist sie trotzdem relevant, weil Shops danach werben und weil Ihre eigenen Aussagen auf Artikeln Verbraucher erreichen können.

Neu auf der Liste der stets unlauteren Praktiken stehen unter anderem:

  • das Anbringen eines Nachhaltigkeitssiegels, das nicht auf einem Zertifizierungssystem beruht oder nicht von staatlichen Stellen festgesetzt wurde,
  • eine allgemeine Umweltaussage, wenn der Gewerbetreibende die anerkannte hervorragende Umweltleistung nicht nachweisen kann, auf die sich die Aussage bezieht,
  • Aussagen, ein Produkt habe wegen der Kompensation von Treibhausgasemissionen neutrale, verringerte oder positive Auswirkungen auf die Umwelt.

Als „allgemeine Umweltaussage“ definiert die Richtlinie eine Umweltaussage, die nicht auf einem Nachhaltigkeitssiegel steht und deren Spezifizierung nicht auf demselben Medium klar und hervorgehoben angegeben ist. Begriffe wie „umweltfreundlich“ oder „grün“ ohne konkrete Erläuterung fallen typischerweise darunter.

Für Sie heißt das: Drucken Sie keine pauschalen Umweltversprechen auf Ihre Werbeartikel. Schreiben Sie lieber konkret, was stimmt und belegt ist, etwa „Beutel aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle“. Erfundene Eigen-Siegel sind tabu. Bei Zweifeln über die Umsetzung im deutschen Recht hilft eine rechtliche Beratung; diese Seite ersetzt sie nicht.

Welche nachhaltigen Werbeartikel eignen sich wofür?

Die Auswahl hängt vom Anlass ab. Ein paar Beispiele, wie Sie Material und Siegel mit dem Artikel verbinden:

Nachhaltige Give-aways für die Messe sollten vor allem lange nutzbar sein; Hinweise zu Menge und Logistik finden Sie im Ratgeber Give-aways für die Messe.

Nachhaltige Werbeartikel made in Germany: Was sagt die Herkunft aus?

Eine Herstellung in Deutschland oder Europa bedeutet kürzere Transportwege und Produktion unter EU-Recht. Eine Umwelteigenschaft des Materials belegt sie für sich nicht. Ein Kunststoffartikel aus deutscher Produktion bleibt ein Kunststoffartikel. Fragen Sie deshalb bei „Made in Germany“ zusätzlich, woraus der Artikel besteht und ob es ein Siegel gibt.

Einige Shops machen die Herkunft filterbar. allbranded führt in der Kategorie „Nachhaltige Werbeartikel“ zum Beispiel einen Bereich „Made in Germany“ sowie Filter für FSC- und OEKO-TEX-zertifizierte Artikel und beschreibt Produkte mit Produktion in Europa (Stand: 6. Oktober 2026). Prüfen Sie bei einzelnen Artikeln, welches Zertifikat genau angegeben ist.

Was sollten Sie den Lieferanten fragen?

Diese Fragen helfen, nachhaltige Werbemittel von gut verpackten Behauptungen zu unterscheiden:

  1. Welches Siegel trägt genau dieser Artikel, und wie lautet die Zertifikats- oder Lizenznummer?
  2. Bezieht sich das Siegel auf den ganzen Artikel oder nur auf einen Bestandteil, etwa den Stoff, aber nicht den Druck?
  3. Welcher Anteil des Materials ist recycelt oder Bio, und woher stammt die Angabe?
  4. Wo wird der Artikel hergestellt, und wo wird er veredelt?
  5. Welche Druckfarben werden verwendet, und gibt es Angaben dazu vom Hersteller?
  6. Wie ist der Artikel verpackt, und lässt sich die Einzelverpackung weglassen?
  7. Gibt es ein Muster, damit Sie Material und Druck vorher prüfen können?

Bewahren Sie die Antworten und Zertifikate auf. Wenn Sie die Artikel später selbst als nachhaltig bewerben, haben Sie die Belege zur Hand.

Ein Warnsignal ist es, wenn ein Anbieter auf diese Fragen nur mit Werbebegriffen antwortet, etwa „öko“, „grün“ oder „klimafreundlich“, ohne ein Zertifikat oder eine Materialangabe zu nennen. Ebenso vorsichtig sollten Sie bei Zeichen sein, die nur der Shop selbst vergibt. Nach der Richtlinie (EU) 2024/825 darf ein Nachhaltigkeitssiegel gegenüber Verbrauchern nur verwendet werden, wenn es auf einem Zertifizierungssystem mit Prüfung durch Dritte beruht oder von staatlichen Stellen festgesetzt wurde. Ein Eigenlabel kann trotzdem nützliche Hinweise enthalten; als Nachweis für Ihre eigene Werbung reicht es aber nicht. Fragen Sie in diesem Fall, welche geprüften Angaben hinter dem Label stehen.

Wie bewerben Sie nachhaltige Werbegeschenke richtig?

Beschreiben Sie, was nachweisbar ist: das Material, das Siegel, die Herkunft. Formulierungen wie „Beutel aus Bio-Baumwolle, GOTS-zertifiziert“ oder „Notizbuch aus Recyclingpapier mit Blauem Engel“ sind konkret und lassen sich belegen. Vermeiden Sie Zusätze wie „klimaneutral“ oder „100 % nachhaltig“, wenn Sie keine anerkannte Grundlage dafür haben.

Für Textilien mit Logo bieten einige Shops eigene Bereiche mit Fairtrade-Kleidung an, etwa druckdichdrauf für T-Shirts, Pullover und Taschen. Achten Sie auch hier auf die Siegelangabe am einzelnen Produkt.

Bei Kundengeschenken zu Weihnachten und bei Geschenken an Mitarbeiter gelten zusätzlich steuerliche Regeln, unabhängig vom Material. Lesen Sie dazu Geschenke an Geschäftspartner und Steuer und Mitarbeitergeschenke. Eine Übersicht aller Partnershops finden Sie im Vergleich der Werbeartikel-Shops.

Häufige Fragen

Was sind nachhaltige Werbeartikel mit Logo?

Das sind Werbeartikel, deren Material oder Herstellung durch ein überprüfbares Siegel oder durch konkrete, belegte Angaben als umweltverträglicher ausgewiesen ist, zum Beispiel Textilien mit GOTS-Siegel oder Papier mit FSC-Kennzeichen. Das Logo wird wie bei anderen Artikeln aufgedruckt, eingestickt oder graviert. Wichtig ist, dass der Artikel lange benutzt wird.

Gibt es nachhaltige Werbeartikel made in Germany?

Ja, einige Shops filtern ihr Sortiment nach Herstellung in Deutschland. „Made in Germany“ beschreibt die Herkunft, aber noch keine Umwelteigenschaft. Fragen Sie deshalb zusätzlich nach Material und Siegel.

Darf ich meine Werbeartikel als klimaneutral bezeichnen?

Vorsicht: Nach der Richtlinie (EU) 2024/825, die die Mitgliedstaaten ab dem 27. September 2026 anwenden, gelten Aussagen, ein Produkt sei wegen Kompensation von Treibhausgasemissionen klimaneutral oder habe verringerte Auswirkungen, gegenüber Verbrauchern als unlautere Geschäftspraxis. Lassen Sie solche Aussagen rechtlich prüfen.

Ist OEKO-TEX ein Nachhaltigkeitssiegel?

OEKO-TEX STANDARD 100 bestätigt, dass ein Textil auf Schadstoffe geprüft wurde, und zwar alle Bestandteile wie Stoff, Nähgarn und Knöpfe. Über umweltgerechte Produktion oder Bio-Fasern sagt dieser Standard nichts aus. Dafür gibt es andere Zeichen wie GOTS.

Welche nachhaltigen Give-aways eignen sich für Messen?

Gut sind Artikel, die lange genutzt werden, etwa Trinkflaschen, Stoffbeutel aus Bio-Baumwolle oder Notizbücher aus Recyclingpapier. Verzichten Sie auf Einwegartikel, wenn Sie am Stand mit Nachhaltigkeit werben. Achten Sie auf ein überprüfbares Siegel.

Quellen

  1. EUR-Lex: Richtlinie (EU) 2024/825 zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel, abgerufen am 6. Oktober 2026
  2. Blauer Engel: Unser Zeichen für die Umwelt, abgerufen am 6. Oktober 2026
  3. GOTS: Labelling (Label-Stufen), abgerufen am 6. Oktober 2026
  4. Fairtrade: Das Fairtrade-Siegel erklärt, abgerufen am 6. Oktober 2026
  5. FSC Deutschland: Die FSC-Kennzeichen, abgerufen am 6. Oktober 2026
  6. OEKO-TEX: STANDARD 100, abgerufen am 6. Oktober 2026
  7. Europäische Kommission: EU Ecolabel, abgerufen am 6. Oktober 2026
  8. allbranded: Nachhaltige Werbeartikel, abgerufen am 6. Oktober 2026
  9. druckdichdrauf: Fairtrade Kleidung bedrucken, abgerufen am 6. Oktober 2026